Friedrich August von Hayek (1899 -1992) ist einer der Stammväter des neoliberalen Projekts. Bedeutsam sind seine Beiträge vor allem deshalb, weil er sie ausdrücklich als „Politische Philosophie“ aufgefasst hat (insbesondere Constitution of Freedom), sie also in die Tradition der „Regierungslehren“ für den regierenden Fürsten stellt. Im neoliberalen Projekt wurde immer gestritten und das, was nach außen als Wahrheit verkündet wurde, konnte etwas anderes sein, als die Wahrheit für den eigenen Kreis, zum Beispiel der Mont Pèlerin Society. Die Arbeiten Hayeks waren jedoch besonders anschlussfähig und einflussreich.

Ein Markt ist für ihn eine dezentrale Informationsverarbeitungsmaschine: Erst dadurch, dass jeder ausschließlich in seinem Horizont handelt und dafür Verantwortung übernimmt, bilden sich aus dem chaotischen System insgesamt ständig optimale Anpassung und Innovation heraus. In diesem optimalen Automatismus der Anpassung bestehe der zivilisatorische Prozess. Den traditionellen Liberalismus kritisiert er wegen dessen Annahme, dass Aufklärung und breite Bildung zum zivilisatorischen Prozess beitragen könnten. Dagegen sei Nicht-Wissen über alles, was den eigenen Horizont übersteige, sogar notwendig, um diesen Prozess nicht zu stören. (Philip Mirowski) Aus diesem Grund sieht Hayek politische und gewerkschaftliche Zusammenschlüsse als gefährlichste Gegner an. Ihr Einfluss muss ausgeschaltet werden.

Zuerst umgesetzt wurden die neoliberalen Ideen in Chile nach dem Militärputsch 1973, dann in Großbritannien unter Thatcher und in den USA unter Reagan.

Dass das neoliberale Projekt weit mehr als nur Ansichten verändert hat, sondern die Situationen, in denen wir leben, und den Zusammenhang der Dinge, die uns umgeben, kann an einigen Beispielen verdeutlicht werden.