Zu den Grundfragen des Wirtschaftens wird eine Alternative ausgearbeitet, die dann nach öffentlicher Diskussion zur Wahl gestellt wird. Dabei können zu einer Grundentscheidung auch mehrere Vorschläge zur Wahl stehen. Das Ergebnis dieser Wahlen bestimmt die konkreten Märkte, weshalb der Begriff MARKTWAHLEN (Michael Jäger) sinnvoll ist. Auf ihrer Grundlage entwickeln sich die bekannten Marktprozesse: Anpassung von Angebot und Nachfrage, Optimierung betrieblicher Prozesse, Verteilung von Marktanteilen und Kaufkraft usw.. .Da Wahlen nur die Grundstrukturen des Wirtschaftens festlegen, werden sie nicht häufig stattfinden.

Selbstverständlich sind dabei prinzipiell beliebige Entscheidungen denkbar. Sinnvoll und verantwortbar sind jedoch nur solche Alternativen, die - nach dem Prinzip Verantwortung (Hans Jonas) - ökologisch und sozial nachhaltig sowie rückholbar sind. Dass diese Kriterien bei Marktwahlen relevant werden, ist keine utopische Annahme: Das Wissen über die Verletzbarkeit unseres Zusammenlebens und die Gefährdung der Grundlagen menschlichen Lebens ist erfahrungsgesättigt und so weit verbreitet wie noch nie in der Geschichte. Wie selbstverständlich wurde dieses Wissen zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 von denen, die Entscheidungen zu treffen hatten, in Maßnahmen umgesetzt, mit denen zunächst wenigstens die Stabilität der „systemrelevanten“ Bereiche des Wirtschaftens gesichert wurde. Aber ihre Entscheidungen wurden eben auch von der Mehrheit der Betroffenen getragen und in ihrem alltäglichen Leben umgesetzt.