Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, Japan usw. haben sehr unterschiedliche Pfade wirtschaftlicher Entwicklung verfolgt, dennoch sind alle „kapitalistisch“ in dem Sinn, dass ihre Wirtschaftsstruktur keine Grenze anerkennt, sondern jede Schranke überschreitet in Richtung Unendlichkeit. (siehe Das K-Wort) Wenn sie auch alle beherrscht sind vom Unendlichkeits-Diskurs, so unterscheiden sie sich natürlich stark. Deswegen wird auch die Entstehung von nachkapitalistischen Formen des Wirtschaftens sicher an diese unterschiedlichen Pfade anknüpfen. Noch weniger als heute könnte jedoch ein Land ein „Modell“ für die anderen vorgeben. Die Grundelemente nachkapitalistischen Wirtschaftens würden sich im Prozess eines „historischen Experimentalismus“ (Axel Honneth) herausbilden und verfestigen.

Einige Grundfragen werden sich jedoch durchziehen:

- Wie kann der Kauf von Entscheidungen (durch Werbung, „soziale Netzwerke“ und andere private Medien) verhindert werden?

- Wie kann die Transparenz der Beratungen, die in die Alternative einfließen, hergestellt werden? Müssen vielleicht auch die Vertreter des wirtschaftlichen Sachverstands in öffentlichen Körperschaften repräsentiert werden?

- Wie werden die neuen Elemente, die sich um Marktwahlen herum gruppieren, in die traditionellen politischen Systeme eingefügt?

- Wie müssen Kredit- und Steuersysteme angepasst werden?

- Wie können Wirkungsmodelle systematisiert werden, die über innerstaatliche Wirkungsketten hinausgehen bis hin zu globalen?

- Und wie kann mit zwischenstaatlichen bzw. globalen Konflikten um die begrenzten Ressourcen umgegangen werden? Denn jedes nationale Wirtschaften ist eingebettet in globale Zusammenhänge bezogen auf Ressourcen, Vorprodukte, Arbeitsteilung, aber auch bezogen auf alle unerwünschten Nebenfolgen.