Das Wort „Kapitalismus“ wurde bis jetzt nicht benutzt, weil es zwar vielfach verwendet wird, auch viel häufiger als vor der Finanzkrise ab 2007, aber ungenau. Noch schlimmer: Mit dem Wort wird für Viele schon eine Schein-Lösung mitgeschleppt: „Die Macht“ zu erobern und neu zu verteilen. Von Karl Marx kann man dagegen lernen, dass es beim Kapitalismus jedenfalls um allgemeine Verhältnisse geht. In den "Grundrissen" schreibt er:

„Das Kapital aber als die allgemeine Form des Reichtums – das Geld – repräsentierend, ist der schranken- und maßlose Trieb über seine Schranke hinauszugehn. Jede Grenze ist und muß Schranke für es sein. Es hörte sonst auf Kapital – das Geld als sich selbst produzierend – zu sein. Sobald es eine bestimmte Grenze nicht mehr als Schranke fühlte, sondern als Grenze sich in ihr wohlfühlte, wäre es selbst von Tauschwert zu Gebrauchswert, von der allgemeinen Form des Reichtums zu einem bestimmten substantiellen Bestehn desselben herabgesunken. Das Kapital als solches schafft einen besonderen Mehrwert, weil es keinen unendlichen at once setzen kann; aber es ist die beständige Bewegung mehr davon zu schaffen.“

Der in den Köpfen herrschende, in die Welt der Dinge umgesetzte UNENDLICHKEITS-Diskurs macht dieses Verhältnis für die Handelnden zum Horizont der Möglichkeiten. Das Stichwort für die Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse war bei Marx entsprechend die „gesellschaftliche Lenkung“ der Produktion.Eine nachkapitalistische Gesellschaft kann also nicht durch die Sozialisierung von Unternehmen oder die Ausweitung der staatlichen Wirtschaft gegründet werden, sondern nur durch eine „Sozialisierung“ des Marktgeschehens: Entscheidungen über Ziele werden vom Volk als demokratischem Souverän nach Vorarbeiten und Diskussionen in der Öffentlichkeit getroffen.