Die Frage, was überhaupt einen Menschen ausmacht, ist unmittelbar verbunden mit einer zweiten Frage: Wenn eine Person noch kein vollwertiger Mensch ist, kann sie dann zu einem werden?

Die Frage wurde ungefähr gleichzeitig bezogen auf das eigene Land und außerhalb aufgeworfen: Jungen können vielleicht zu vernünftigen Männern heranwachsen, Frauen bleiben dagegen immer der Natur verbunden und gleichen darin den Kindern. Arbeiter bleiben ihr Leben lang den unreifen Kindern ähnlich und handeln nicht rational - genauso wie die „Eingeborenen“ in den Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas und die Schwarzen in den USA. (Achille Mbembe)

Diese Annahmen wurden natürlich immer bestritten – aber vor allem unter der Fragestellung, ob doch eine Erziehung zu Höherem möglich sei. Oder wenn nicht, ob nicht die Frauen und die Arbeiter und die Eingeborenen eher die echten, unverfälschten und wichtigen menschlichen Werte verkörpern. Diese Frage, wie Menschsein aufgefasst wird, prägt immer noch entscheidend die Auseinandersetzungen um die Aufgaben der demokratischen Staatswesen: Zu welchem Zweck und wie können die Massen regiert werden?

Im Projekt der Marktwahlen wird diese Frage aufgelöst: Selbst-Regierung setzt die verantwortbare Entscheidung über grundlegende wirtschaftliche Strukturen voraus.