Die Möglichkeit, dass vom Menschen entwickelte Technologien die menschliche Lebensgrundlage vernichten können, ist den Philosophen seit der Atombombe bewusst und mit den Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima ins breite Bewusstsein gedrungen.Die schleichenden Veränderungen durch Klimaveränderungen, Bedrohung der Wasserressourcen oder die starke Reduzierung der Artenvielfalt, zum Beispiel der Insekten, hat jedoch die gleiche Perspektive: Auch das alltägliche menschliche Wirtschaften weist eine Tendenz zur Selbst-Vernichtung auf. Beides sind historisch neue Situationen.

Die vernünftige und naheliegende Konsequenz wäre, alle Entscheidungen über technologische Möglichkeiten nach dem Prinzip Verantwortung (Hans Jonas) so zu treffen, dass diese Risiken möglichst klein werden. Dennoch verändert sich unsere Welt immer weiter in dieser Perspektive der Selbst-Vernichtung. Das weit verbreitete Gefühl, dass es so nicht mehr weiter gehen kann, bezieht sich auf diesen Stand der Dinge. Viele Menschen versuchen seit langem, in ihrem Alltag neue Wege zu gehen. Dennoch scheint dieses System des Wirtschaftens unüberwindlich zu sein und der Vernunft nicht zugänglich. - Wo liegen die Gründe für diese Stabilität, die bisher alle Krisen überdauert?