Die tatsächliche Entwicklung unseres Wirtschaftens wird heute von manchen so erklärt: In ihm zeige sich die Eroberernatur des Menschen. Und genauso wie in der gesamten Natur ein „survival of the fittest“ zu beobachten sein, werde der technologische Prozess die Menschheit auf immer neue Ebenen der Beherrschung ihrer Lebensumstände führen. Eine solche Utopie der Höherentwicklung der Menschheit – oder wenigstens von Teilen der Menschheit – wird häufig mit der Eroberung des Weltraums verbunden, aber auch mit der Entwicklung von Künstlichen Intelligenzen, beides als Lösung heutiger Menschheitsprobleme.

Die in unserer westlichen Geschichte allmählich durchgesetzte und verdichtete Kultur des Berechnens, des Beherrschens und der Selbstermächtigung kann aus diesem Denken heraus auch über menschliche Grenzen weiter geführt werden. Zwar ist es ziemlich verrückt, irrational und widerspricht unserem Alltagsdenken, wenn ein solcher eigenständiger evolutionärer technologischer Prozess angenommen wird. Denn er strebt ja letztlich nach so etwas wie „göttlicher Allmacht“.

Dieses UNENDLICHKEITSDENKEN bildet den Kern unserer Gesellschaft. Aber ist das nicht verrückt?