Wenn man über Aufbruch und Übergang in eine andere Gesellschaft nachdenkt, ist ein Blick zurück sinnvoll: Unsere heutige Gesellschaft unterscheidet sich grundlegend von der des europäischen Mittelalters. Aber nicht nur die Kirchen, Burgen und Zehntscheunen stehen noch, sondern unsere Städte wurden damals gegründet und unsere Landschaften geformt. Von daher ist es nicht erstaunlich, dass unsere Gesellschaft sich – entgegen ihrem Selbstbild – nicht in einem revolutionären Akt selbst hergestellt hat: Geld, Markt, Fabriken oder Fernhandel waren alle auch im Mittelalter bekannt, das liberale Projekt der kapitalistischen Gesellschaft entwickelte sich über lange Zeit – und konnte in bestimmten Situationen dann schnell zu neuen Konstellationen der Institutionen und Dinge führen – als Lösung für damals wahrgenommene Probleme.

Einige der wesentlichen Änderungen, die diesen neuen Zusammenhang des Wirtschaftens bis heute kennzeichnen, sind hier skizziert. (siehe Warum jetzt? und Ver-rückt denken?) Die Welt, die wir geschaffen haben, stellt uns aber schon längst ganz andere Probleme. Und deren mögliche Lösungen werden in der Öffentlichkeit breit diskutiert. Noch kreisen diese Debatten jedoch um die alten Grundannahmen: Das kapitalistische Unendlichkeits-Denken ist noch vorherrschend und baut die Welt immer weiter nach seinem Bild um. Besteht dann die Lösung nicht schlicht darin, die Machtverhältnisse zu ändern, brauchen wir nicht genau deswegen eine Revolution?