Am lautesten zu hören sind zur Zeit diejenigen, die ein „wir“ hier „unten“ durch gesellschaftliche Spaltungen an vielfältig variierenden Konfliktlinien bilden. „Dem Volk“ werden „die da oben“ (Politiker, Wissenschaftler, Unternehmer, Journalisten usw. usw. - ) entgegengestellt, oder die reichsten Männer der Welt oder – "oben" und dennoch unsichtbar – eine jüdische Welt-Verschwörung oder wenigstens eine deutsche zur „Umvolkung“ oder oder …

Damit wird sowohl die „Aneignung des Staates“ verhindert - wie sie über die neue Institution der Marktwahlen entfaltet würde - wie auch jede Verantwortlichkeit, die anstrebt, die menschlichen Lebensbedingungen auf der Erde zu sichern. Statt auf der Grundlage von Diskussionen in einer Wirtschafts-Öffentlichkeit souverän über Wirtschaftsstrukturen zu entscheiden, kämpfen Populisten für die Wiederherstellung irgendwelcher alter „Wahrheiten“ - wodurch jede gemeinsame Annäherung an die Wahrheit gesprengt wird. Gegen die Pandemie hilft die Stärkung des Immunsystems, so wie der Volkskörper durch Reinhaltung gestärkt wird. Populistische Bewegungen formulieren keine keine überprüfbaren Ziele. Viel spricht dafür, dass ihren Anführern im Gegenteil an der Erhaltung oder Neuerfindung von Problemen gelegen ist, weil sie nur dann ihre Bewegung aufrechterhalten können. Dennoch bringen populistische Bewegungenein Problem in die Öffentlichkeit: dass die Welt unübersichtlich gemacht wird und kein politisches Projekt wahrgenommen wird, das eine solche Übersichtichkeit anstrebt. (siehe Neoliberales Regieren)

Unsere Probleme lassen sich nur lösen, wenn man sie wahrnimmt. Die Bewegungen, die für eine andere Gesellschaft eintreten, können nur erfolgreich sein, wenn sie sich – in Debatten und Streit – dieser Annäherung an die Wahrheit verpflichten.