Die Corona-Pandemie wurde von Vielen als ein einschneidendes Ereignis wahrgenommen. Die Behauptung der technologischen Selbstermächtigung war zusammengebrochen: eine weltweit menschliches Leben bedrohende Krankheit, überforderte Gesundheitssysteme, schlagartiger Zusammenbruch von Lieferketten und Nachfrage, Quarantäne als einzige Chance, das Geschehen zu kontrollieren.

Die unmittelbare Reaktion der meisten Akteure, die wirtschaftliche oder politische Entscheidungen zu treffen hatten, war an dem einen inhaltlichen Ziel orientiert: den systemrelevanten Teil unseres Wirtschaftens am Laufen zu halten. Es zeigte sich darüber hinaus, dass auch in den Bäckereien, Supermärkten, Behörden, Restaurants, Banken usw. usw. kreativ mit den neuen Notwendigkeiten umgegangen wurde. Auch hier wurden verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen.

Gerade die großen Unternehmen der Auto-Industrie verweigerten sich, weil sie sich von vornherein nur im Stand-By sahen, um sofort ihre Exportproduktion wieder hochfahren zu können. Und in den Debatten um einen möglichst effektiven Umgang mit der globalen Pandemie tauchte nach und nach wieder die Rahmenerzählung unseres Wirtschaftens auf: Egal wie viel allgemeines Vorwissen und öffentliche Unterstützung in die Entwicklung von Impfstoffen eingeflossen war, das Wissen über die fertigen Impfstoffe wurde trotz weltweiter Forderungen nicht geteilt, sondern zum privaten Eigentum erklärt. (Katharina Pistor) Denn nur so könne der Prozess immer besserer medizinischer Forschung weitergehen...