Über den westlichen „Entdeckergeist“ vor der Kolonialzeit ist viel geschrieben worden; eine ganze Welt von Forschungsberichten und Abenteuerbüchern wird um ihn herum geschaffen, von deren Figuren alle Medien noch heute bevölkert sind. Dabei wird zu wenig wahrgenommen, dass sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts eine grundlegende Änderung vollzog (Jürgen Osterhammel): Zunächst waren die westlichen Forschungsreisenden nicht nur an geographischen oder botanischen Neuentdeckungen, sondern zum Beispiel auch am hohen Stand der chinesischen oder indischen Technologien oder an bestimmten staatlichen Regelungen interessiert. Die Erfahrungen in der Fremde dienten auch dazu, das Vertraute in der Nähe kritisch zu betrachten.

Diese Neugier und Offenheit wandelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Gefühl der technologischen Überlegenheit. Aus diesem Überlegenheitsgefühl heraus musste die Welt nicht nur erforscht, sondern erobert werden, um eine zivilisatorische Mission zu erfüllen. Überall sollten die Entwicklungen angestoßen werden, die im Westen als Weg zur Zivilisierung und Modernisierung begonnen worden waren.